Viele Eltern kennen diesen Moment:
Die Tür fällt ins Schloss.
Der Kontakt wird weniger.
Gespräche werden kürzer – oder bleiben ganz aus.
Lange habe ich über dieses Erleben nachgedacht und versucht mich in beide Erlebnisse hineinzuversetzen.
Bin selber Mutter von Kindern und habe viel erlebt.
Möchte euch als Eltern unterstützen und stehe euch sehr gerne beratend an Seite.
Der eigene Jugendliche zieht sich zurück, verbringt viel Zeit allein im Zimmer, möchte nicht gestört werden.
Und plötzlich tauchen Fragen auf:
Ist das noch normal?
Macht er das aus Trotz?
Verliere ich mein Kind?
Der Rückzug in der Jugend ist zunächst etwas sehr Natürliches.
In dieser Lebensphase verändert sich vieles – körperlich, emotional und sozial.
Jugendliche beginnen, sich stärker von den Eltern zu lösen und ihre eigene Identität zu entwickeln.
Das Zimmer wird dabei zu einem wichtigen Ort:
ein Rückzugsraum, ein Schutzraum, manchmal auch ein Experimentierfeld für Gedanken und Gefühle.
Doch so normal dieser Prozess ist –
für Eltern kann er sich schmerzhaft anfühlen.
Die Nähe verändert sich.
Das Gefühl von Einfluss schwindet.
Und oft bleibt eine Mischung aus Sorge und Unsicherheit.
Liebe Grüße
Andrea Berghaus
Wichtig ist hier ein feines Gleichgewicht.
Jugendliche brauchen Rückzug –
aber sie brauchen auch das Gefühl, dass jemand da ist.
Nicht kontrollierend, nicht drängend –
sondern präsent.
Was helfen kann:
Die Tür nicht als „Abgrenzung gegen dich“, sondern als Teil eines Entwicklungsprozesses zu sehen.
Interesse zeigen, ohne zu überfordern.
Kleine, unverbindliche Gesprächsangebote machen – ohne Erwartungsdruck.
Manchmal sind es gerade die kurzen Momente im Alltag, die Verbindung halten:
ein gemeinsames Essen, ein beiläufiges Gespräch, ein ehrliches „Ich bin da, wenn du mich brauchst.“
Gleichzeitig darf man auch genauer hinschauen:
Zieht sich der Jugendliche nur phasenweise zurück – oder dauerhaft?
Wirkt er ausgeglichen oder eher belastet, traurig oder isoliert?
Wenn sich der Rückzug stark verstärkt, Kontakte ganz abbrechen oder deutliche Veränderungen im Verhalten auftreten, kann es sinnvoll sein, Unterstützung hinzuzuziehen.
Denn Rückzug kann auch ein Zeichen dafür sein, dass etwas innerlich schwer geworden ist.
Eltern müssen diesen Weg nicht allein gehen.
Vielleicht darf sich auch hier ein neuer Blick entwickeln:
Nicht „Wie bekomme ich mein Kind wieder heraus?“
Sondern:
„Wie bleibe ich in Verbindung – auch wenn sich vieles verändert?“
Dieses Forum soll Raum bieten, genau darüber zu sprechen.
Wie erlebt ihr den Rückzug eurer Jugendlichen?
Was hat euch geholfen, in Kontakt zu bleiben?
Und wo wünscht ihr euch Unterstützung?
Manchmal liegt die Verbindung nicht darin, die Tür zu öffnen –
sondern darin, zu zeigen, dass man dahinter wartet.
